Des Spielmanns Handwerkszeug

Portativ (lat. portare - tragen)

 

Das Portativ ist eine mittelalterliche Kleinorgel und seit dem 8. Jahrhundert belegt. Das Instrument verfügt über eine vollchromatische Klaviatur von 2 Oktaven + Bordunpfeife. Während eine Hand den Blaseblag bedient, spielt die andere Hand auf der Klaviatur die Melodie. Einfache Mehrstimmigkeiten sind möglich.

 

Das Portativ hat Alex Tille gebaut - www.Tille.de

Schlüsselfidel/Nyckelharpa

 

Die Schlüsselfidel ist ein Streichinstrument und in einfacher Ausführung, als sogenannte Moraharpa, seit dem Mittelalter belegt. Die modernenen Ausführungen der Schlüsselfidel sind chromatisch und weisen eine 3 oder 4reihige Tastaturreihe und je nach Ausführung 1 Bordunsaite auf. Anhand dieser Tastatur werden die Töne abgegriffen. Das Instrument verfügt über 12 Resonanzsaiten, welche dem Spiel einen "Halleffekt" verleiht. Die Schlüsselfidel/Nyckelharpa hat sich über die Jahrhunderte in der schwedischen Folklore gehalten und wird dort heute immer noch gespielt. Mein Instrument ist in cgda gestimmt und spielt mit Cellosaiten.

 

Die Nyckelharpa wurde von Enar Magnusson aus Schweden gebaut - www.nyckelharpan.se

Schlüsselfidel/Moraharpa

 

Die Moraharpa ist eine frühe Form der Schlüsselfidel. Sie verfügt über insgesamt drei Saiten. Die zwei Bordunsaiten stehen unisono in Quarten zur Melodiesaite. Die Moraharpa verfügt über eine Tastaturreihe. Über diese Tastatur werden die Töne auf der Melodiesaite abgegriffen. Je nach Ausführung kann die Tastatur diatonisch oder chromatisch angeordnet sein. Typisch für die Moraharpa ist, dass alle Saiten gleichzeitig mit einem Rundbogen gestrichen werden.

 

Mein Instrument stammt aus der Werkstatt von Christian Dreier - www.dreiers-dudelsackbau.de

Mittelalterlicher Marktsack

 

Der sogenannte mittelalterliche Dudelsack ist ganz und gar nicht mittelalterlich. Es handelt sich bei dieser Sackpfeife um einen modernen Dudelsack, welcher im Rahmen der Folkbewegung der ehemaligen DDR entwickelt wurde. Meiner wurde optisch nach einer mittelalterlichen Totentanz Abbildung gestaltet. Die Spielpfeife ist stark konisch gebohrt und spielt mit einem Rohr für die schottische Great Highland Bagpipe. Dementsprechend laut und knackig ist der Klang. Spielbare Tonarten sind a-dorisch, a-mixolydisch, a-dur und natürliches a-moll.

 

Bordune und Doppelstock gebaut von Jens Güntzel - www.dudelsackwerkstatt.de

Spielpfeife von Klaus Stecker - www.Klaus-Stecker.de

Mittelalterlicher Dudelsack mit französischer Spielpfeife

 

Dieser Dudelsack ist optisch einer historischen Abbildung nachempfunden. Die Spielpfeife ist ein in der Stimmung g/c. Selbige ist mit einer Oktavklappe versehen, welche einen Tonumfang von 2 teilchromatischen Oktaven erlaubt. Die Griffweise ist französisch halbgeschlossen. Die Bordune wurden auf meinen Wunsch hin recht laut gebaut. Die Trichterchen an den Bordunen tragen ihren Teil zum präsenten Bordunklang bei.

 

Gebaut wurde der Dudelsack von Andreas Rogge - www.uilleann-pipes.de

Hochmittelalterliche Sackpfeifen 

 

Diese Sackpfeifen verfügen über eine zylindrische Bohrung und einfacher Aufschlagzunge in der Spielpfeife. Die Lautstärke ist mit einer Schäferpfeife vergleichbar. Der Klang unterscheidet sich jedoch deutlich von der Schäferpfeife. Sie werden mit halbgeschlossener Griffweise gespielt. Der Ambitus liegt bei einer teilchromatischen None. Die Instrumente orientieren sich optisch an verschiedenen Abbildungen von Sackpfeifen aus dem Hochmittelalter.

 

Frühmittelalterliche Sackpfeifen 

 

Diese Sackpfeifen wurden anhand von Abbildungen und erhaltenen Fragmenten aus dem Frühmittelalter rekonstruiert. Die Instrumente verfügen über eine Doppelspielpfeife, einen Ledersack und ein Anblasrohr. Weitere Infos hierzu findet ihr unter der Rubrik Karolinger/Byzantiner Sackpfeife.

 

Zampogna Molisana

 

2007 hörte ich zum ersten Mal eine Zampogna Molisana bei der niederländischen Gruppe "Goede en de fijne"! Ich war so beeindruckt vom Klang, dass ich mir noch in der gleichen Woche eine Zampogna in Italien bestellte. Die Bestellung lief über einen italienischen Verein zur Brauchtumspflege. Gebaut wurde die Zampogna von Luigi Ricci. Die Zampogna ist in g-dur gestimmt. In Spielpfeifen und Bordunen befinden sich Doppelrohrblätter. Auf der kleineren Spielpfeife hat man dank einer nachträglich eingebauten Erweiterungsklappe einen Tonumfang von fis bis e. Auf der großen Spielpfeife kann man von g bis d spielen. Dank meines Freundes Mick Loos kann man den großen Bordun als dritte Spielpfeife (d/e und es) nutzen. Diese wird mit dem Daumen gespielt. Dank dieser Raffinesse ergeben sich beeindruckende Klangmöglichkeiten. Die Haltung der Zamogna ist unbequem - dies liegt in der Traditon des Instrumentes und muss so sein!

Hümpogna

 

Die Hümpogna ist eine Zampogna auf Basis des Hümmelchens. Die Tonbelegung ist wie bei einer Zampogna, bautechnisch ist es aber wie bei einem Hümmelchen gehalten. Dementsprechend leise ist das Instrument. Die kleine Spielpfeife spielt von e´ bis c´´. Die große Spielpfeife spielt von f bis c´. Die Griffweise ist offen wie bei der Zampogna. Gebaut hat das Instrument Jürgen Ross.

Spätmittelalterliche Sackpfeife nach dem "Westenberg Prinzip"

 

Nach einer spätmittelalterlichen Abbildung. Die Spielpfeife ist nach dem Prinzip der Sackpfeifen von Rolf Westenberg gebaut. Rolf Westenberg war ein Pionier der frühen westdeutschen Mittelalterszene. Er arbeitete unter anderem mit dem legendären Günter Körber zusammen. Westenberg hat bereits in den 1970er Jahren den Versuch gestartet einen "deutschen" mittelalterlichen Dudelsack zu bauen. Dieses Instrument war mit einer konisch gebohrten Spielpfeife versehen. Die Besonderheit daran war, dass diese Spielpfeife mit einer Aufschlagzunge bestückt war. Warum er dieses Prinzip gewählt, konnte ich bisher leider nicht in Erfahrung bringen. Das Prinzip der konischen Innenbohrung mit Aufschlagzunge ist mir ansonsten nur von der bulgarischen Djura Gaida bekannt. Die Griffweise ist "offen deutsch". Der Ambitus liegt bei einer teilchromtischen None.  Leider gibt es nicht mehr sehr viele Sackpfeifen aus Rolf Westenbergs Werkstatt. Mir sind nur 4 Kollegen bekannt, welche einen noch funktionsfähigen Westenberg Dudelsack besitzen und auch spielen. Auf Nachfrage baut die "Dudelsackwerkstatt Güntzel und Fröde" Spielpfeifen nach dem "Westenberg Prinzip".

Cornish Bagpipe

 

Die Cornish Bagpipe orierntiert sich an einem Relief der Altarnum Kirche in Cornwall, England. Die Sackpfeife verfügt über 2 Spielpfeifen in Tenorlage. Der Ambitus ist auf beide Spielpfeifen verteilt. Ein separater Bordun ist nicht vorhanden. Dadurch dass der Tonumfang auf beide Spielpfeifen verteilt ist, bieten sich verschiedene Möglichkeiten der Zweistimmigkeit. Der Tonumfang des Instruments geht von c bis d´. Gebaut hat das Instrument Christian Dreier.

Hümmelchen

 

Das Hümmelchen ist ein leiser, wohnungstauglicher Dudelsack. Dieser hat seinen Ursprung wahrscheinlich in der Renaissance. Das Standard Hümmelchen ist das C´ Sopran Hümmelchen. Es gibt aber auch Hümmelchen in Sopranino-, Alt -und Tenorlage. Auf dem Bild ist ein Hümmelchen in Sopranlage und ein Hümmelchen in Tenorlage zu sehen. Die Griffweise ist "offen deutsch".  Der Ambitus liegt bei einer teilchromatischen None. Dieser Sckpfeifentyp ist ein anfängerfreundliches Instrument, da er für gewöhnlich nicht viel Spieldruck braucht. Beide Instrumente wurden von Christian Dreier gebaut. 

Drehleier

 

Die Drehleier ist ein Saiteninstrument, bei dem die Saiten anhand eines Rads angestrichen werden. Eine Hand dreht dieses Rad mittels einer Kurbel, während die andere Hand die Tastatur bedient. Auf der Tastatur werden die gewünschten Töne abgegriffen. Drehleiern gibt es in den verschiedensten Ausführungen, was die Besaitung, Form und Größe betrifft. Meine Drehleier ist das Modell "Pilgerleier" in g/c Stimmung und hat 2 Melodiesaiten, 2 Bordunsaiten und 1 Schnarrsaite. Der Ambitus liegt bei 2 chromatischen Oktaven.

 

Gebaut wurde meine Drehleier von Helmut Seibert - www.saitenklang.de

Renaissance-Cister

 

Die Cister ist ein Zupfinstrument. Sie hatte ihre Blütezeit in der Renaissance und im frühen Barock. Die Saiten der Cister sind aus Stahl und meist doppelchörig angelegt. Je nach Herkunft kann die Anzahl der Doppelchöre variieren. Die Saiten werden mit einem Plektrum angeschlagen. Der Korpus ist meist birnenförmig. Das Schallloch ist oft mit einer Rosette aus Holz oder Pergament ausgeschmückt. Aufgrund der offenen Stimmung ist das Instrument relativ leicht zu erlernen.

 

Meine Cister wurde von Winfried Goerge gebaut.

 

Schalmeien und Pommer

 

Schalmei und Pommer sind frühe Doppelrohrblattinstumente, bei denen das Rohrblatt direkten Kontakt mit den Lippen hat. Dieser direkte Ansatz bietet Vorteile bzgl. der Modulierung und Intonation. Eine Schalmei hat ebenso wie der Pommer kein Daumenloch. Überblasen werde diese frühen Vorgänger der modernen Oboe/Englischhorn mit Ansatz. Die Instrumente haben einige "Kompromisstöne", die man mit Ansatz korrigieren muß. Ich spiele verschiedene Schalmeien und Pommer. Schalmeien und Pommer gibt es in den Lagen von Sopranino bis Großbass!

Einhandflöte und Einhandtrommel

 

Es gibt unzählige Abbildungen aus dem Mittelalter, auf denen ein Spielmann zu sehen ist, wie er eine Einhandflöte in Kombination mit einer Einhandtrommel spielt. Einhandflöten verfügen über 2 vordere Grifflöcher und 1 Daumenloch. Wenn alle Grifflöcher geschlossen sind erklingt bei entsprechendem Blasdruck die Oktave, die Quinte und die nächste Oktave. Um die Töne zwischen den benannten Intervallen spielen zu können nutzt man die Grifflöcher. Die 3 tiefsten Töne der Einhandflöte werden nicht gespielt. Je höher das Instrument gestimmt ist, desto präziser muss der Anblasdruck reguliert werden. Je nach Instrument liegt der nutzbare Tonumfang bei 2 Oktaven. Die Einhandtrommel wird mit einem Riemen am Arm fixiert. Mit der freien Hand wird der Schlägel geschwungen. So ist man in der Lage seine Musik perkussiv zu untermalen.

 

Gebaut wurden meine Einhandflöten von Marie Hulsens, Marek Bzowski und Tim Cranmore.

Mittelalterliche Blockflöten

 

Die Rekonstruktionen meiner Instrumente basieren auf Originalen, welche man in Tartu (Estland), Dordrecht (Niederlande), Puck und Elbag (heutiges Polen) fand. Die Funde stammen aus der Zeit des 13. bis 15. Jahrhunderts. Die Innenbohrung der Flöten ist durchgängig zylindrisch. Bei einigen Instrumenten ist das untere Griffloch sowohl rechts als auch links gebohrt. Das nicht genutzte Griffloch wird mit Wachs verschlossen. Die Instrumente klingen sehr voll und können kraftvoll geblasen werden. Die Griffweise weicht teilweise von der barocken Griffweise ab. Der Tonumfang liegt je nach Instrumet bei bis zu 2 Oktaven.

 

 

Gebaut wurden die Instrumente von Tim Cranmore, Terry Man und Marek Bzowski.

Mittelalterliche Doppelflöte

 

Die mittelalterliche Doppelflöte besteht aus zwei separaten Blockflöten, welche durch einen Keil fest verbunden sind. Die längere Flöte spielt von c´´ bis a´´.  Spielbare Halbtöne sind fis´´ und gis´´. Die kürzere Flöte spielt über eine Oktave, von f´´ bis f´´´. Spielbare Halbtöne sind b´´ und cis´´. Durch die benannte Tonbelegung bieten sich verschiedene Möglichkeiten des zweistimmigen Spiels. 

 

Gebaut hat die Doppelflöte Giovanni Brugnami aus Italien.

 

Hier gibt es ein Klangbeispiel und eine Erklärung zum Instrument. 

                                Klangbeispiel und Erklärung Mittelalterliche Doppelflöte Mittelalter Flöte Double Recorder Flute - YouTube

 

 

Renaissance-Blockflöten

 

Aufgrund der weiteren Innenbohrung und der großen Tonlöcher klingen Renaissance Blockflöten deutlich lauter und voller als barocke Blockflöten. Ich spiele Modelle aus der Renaissance/Frühbarock, nach Hieronymus F. Kynseker (1636–1686 Nürnberg). Der Ambitus liegt bei 2 chromatischen Oktaven. Doppellöcher sind keine vorhanden. Die Griffweise ähnelt der barocken.

 

Gebaut wurden die Blockflöten von - www.mollenhauer.com

 

 

Mittelalterliche Rauschpfeifen

 

Mittelalterliche Rauschpfeifen sind genauso mittelalterlich wie der mittelalterliche Marktsack. Im Prinzip handelt es sich um Spielpfeifen des mittelalterlichen Marktsacks. Über dem Doppelrohrblatt, welches meist aus Kunststoff ist, befindet sich eine Windkapsel. Diese Instrumente gibt es in allen gängigen Stimmungen - von nervig hoch bis hypnotisierend tief. Rauschpfeifen dieser Art sind sehr unkompliziert und dementsprechend leicht zu erlernen. Die Griffweise ist offen. Für Musiker, denen Chromatik wichtig ist empfehle ich Doppellöcher, denn je nach Ausführung funktionieren nicht immer alle Gabelgriffe. Ich habe mehrere mittelalterliche Rauschpfeifen von Jens Güntzel und eine von Steffen Fischer.

 

Jens Güntzel - www.dudelsackwerkstatt.de und Steffen Fischer - www.sackpfeifenmacher.de

Doucaine

 

Das Doucaine ist ein direkt angeblasenes Doppelrohrblattinstrument. Das Doppelrohrtblatt ist verhältnismäßig groß. Die Innenbohrung ist sehr weit und zylindrisch. Es gibt 7 vordere Grifflöcher und ein Daumenloch. Klanglich erinnert das Instrument an das armenische Duduk. Gespielt wird es mit der barocken Griffweise. Gabelgriffe sind Annäherungsgriffe. Das bedeutet, dass man für eine saubere Intonation mit dem Ansatz die Tonhöhe korrigieren muss. Doucaine baut Chrsitoph Schuler aus der Schweiz. Es gibt sie von Sopran bis Tenor. Überblasen ist bei den Instrumenten nicht möglich.

Renaissance-Rauschpfeifen

 

Die Renaissance-Rauschpfeife verfügt über 7 vordere Grifflöcher und 1 Daumenloch. Rauschpfeifen sind konisch gebohrte Doppelrohrblattinstrumente. Das Doppelrohrblatt befindet sich unter einer Windkapsel. Der Ambitus geht über eine None, Gabelgriffe funktionieren sehr gut. Geübte Spieler schaffen es die Rauschpfeife um einige Töne zu überblasen. Rauschpfeifen gab es in der Renaissance in ganzen Stimmsätzen.

 

Gebaut wurden meinen Renaissance-Rauschpfeifen von Jens Gützel - www.dudelsackwerkstatt.de

Bass-Dulzian

 

Der Dulzian ist ab dem 16. Jahrhundert belegt. Das Instrument ist konisch parallel gebohrt und gehört zu den Doppelrohrblattinstrumenten. Das Rohr wird dabei auf einen Messingbogen gesteckt. Den Dulzian gab es von Sopran bis Großbass. Um der jeweiligen Musik der Epochen gerecht zu werden, entwickelte man den Dulzian immer weiter und landete schließlich beim modernen Fagott. Die saubere Intonation eines Dulzians bedarf der regelmäßigen Übung. Ich besitze das Modell "Linz" aus der Werkstatt von Guntram Wolf aus Kronach.

 

Guntram Wolf, der Erbauer meines Dulzians - www.guntramwolf.de

Kortholt

 

Der Name Kortholt deutet auf "kurzes Holz" hin. Denn diese Doppelrohrblattinstrumente klingen trotz ihrer Kürze sehr tief. Das liegt an der "u-förmigen" Innenbohrung, wie wir sie auch beim Dulzian und beim modernen Fagott vorfinden. Das Kortholt ist allerdings mit einer zylindrischen Innenbohrung versehen. Gegriffen wird das Instrument mit Daumen, Fingern und Fingergliedern. Außerdem besitzt es 2 Klappen, die einen Tonumfang von 2 teilchromatischen Oktaven ermöglichen. Kortholte sind ähnlich leise wie Krummhörner. Mein Instrument ist aus der ehemaligen Moeck-Werkstatt. Derzeit ist mir nur Eric Moulder bekannt, der noch Kortholte baut.

 

Kontakt zu Eric Moulder www.piva.org.uk

Cornamuse

 

Die Cornamuse ist ein zylindrisch gebohrtes Instrument der Renaissance. Das Doppelrohrblatt befindet sich unter der Windkapsel. Cornamusen gibt es ganzen Stimmsätzen von "Sopranino" bis "Grossbass".

 

Die Griffweise ist offen. Das Instrument ist chromatisch spielbar.

 

Das Instrument klingt dem Krummhorn sehr ähnlich und ist recht leise. Daher ist es eher für Kammermusik und kleinere Bankette geeignet.

 

Meine Cornamuse in Altlage wurde von Christian Dreier gebaut - www.dreiers-dudelsackbau.de

 

 

Krummhorn

 

Das Krummhorn ist ein zylindrisch gebohrtes Doppelrohrblattinstrument mit Windkapsel. Auch hier befindet sich das Rohrblatt unter einer Windkapsel. Das Krummhorn setze ich nur bei kleineren Banketten ein, da es sehr leise und verhalten klingt. Krummhörner gab es in der Renaissance ebenfalls in ganzen Stimmsätzen. Mein Krummhorn war ein Bausatz, welchen ich günstig über eine Kleinanzeige erworben habe. Der Ambitus geht über eine teilchromatische None. Um den Tonumfang zu erweitern, verfügen viele Krummhörner über eine oder mehrere Klappen.

Gemshorn

 

Das Gemshorn zählt wie auch die Blockflöte zu den Schnabelflöten. Gemshörner werden meist aus Ziegen- oder Rinderhörnern gebaut, es gibt es sie von Sopranino bis Großbass. Überblasen lässt sich das Gemshorn nicht. Mit einem Zusatzloch für den kleinen linken Finger lässt sich das Instrument chromatisch spielen. Diese Art der Flöten war wahrscheinlich im Mittelalter und in der Renaissance sehr verbreitet. Mein Gemshorn habe ich bei Michael Hofmann gekauft.

 

Michael Hofmann - www.bagpipe.de

Knochenflöte

 

Knochenflöten sind seit über 30.000 Jahren belegt. Bei den Römern hießen sie "Tibia" (lat. für Schienbeinknochen). Selbige Flöte war auch im Mittelalter ein sehr verbreitetes Instrument. Meine Knochenflöte habe ich aus einem Hirschknochen gebaut. Sie ist in B-dur gestimmt und verfügt über einen Ambitus von a´ bis f´. Im Internet gibt es zahlreiche Bauanleitungen für die Knochenflöte. Sehr gut geeignet für den Bau sind Schienbeinknochen von Hirsch, Ziege oder Schaf. Aber auch die Flügelknochen von Schwan und Gans lassen sich herrvoragend zu Knochenflöten verarbeiten.

Platerspil

 

Das Platerspil ist ein dudelsackähnliches Instrument und auf vielen mittelalterlichen Abbildungen zu sehen. Am Instrument befindet sich ein kleines Säckchen, welches als Luftkammer dient. Ursprünglich war diese Luftkammer aus einer gegerbten Schweineblase. Bei meinem Platerspil ist diese Luftkammer allerdings aus Leder. Das Platerspil überbläst nicht und ist teilchromatisch, von der Lautstärke eher moderat. Der Tonerreger ist eine Aufschlagzunge, es gibt aber auch Platerspile mit Doppelrohrblatt.

 

Gebaut hat mein Platerspiel Pavel Cip aus Tschechien - www.histnastroje.gajdy.cz/de

Hornpfeife

 

Die Hornpfeife ist ein Instrument mit einfacher Aufschlugzunge. Es gibt unzählige Arten von Hornpfeifen. Eines der frühesten Instrumente (allerdings ohne Hornaufsatz) dieser Art ist der Aulos, welcher schon im alten Ägypten gespielt wurde. Ich habe meine Hornpfeife ein wenig mit Wachs und Feile bearbeitet (Gabelgriffe funktionieren auf meinem Instrument nicht) um zwei kleine Sekunden und eine große Terz spielen zu können. Das gibt dem Instrument einen orientalisch anmutenden Klang.

 

Gebaut wurde die Hornpfeife von Juro Dufek - www.bagpipes.sk

Chalumeaux

 

Das Chalumeaux ist ein einfaches Blasinstrument. Es wird mit einer Aufschlagzunge gespielt, wie es beispielsweis bei der Klarinette und auch dem Saxophon üblich ist. Der Tonumfang geht von c´ bis d´´. Die Griffweise bei meinem Instrument ist identisch mit der barocken Griffweise bei Blockflöten. Gebaut wurde das Instrument in der Werkstatt von Jo Kunath. 

 

Krummer Zink

 

Der Zink ist ein Blasinstrument mit Kesselmundstück und wird mit einem trompetenähnlichen Ansatz gespielt. Die Töne werden ähnlich wie bei einer Blockflöte gegriffen. Der Zink hat einen großen Ziehbereich und ist dementsprechend recht lernaufwendig, wenn er schön klingen soll. Theoretisch hat der Zink einen Ambitus von 3 chromatischen Oktaven. Das Mundstück ist aus Horn, das Instrument selber kann aus Holz oder aus Gießharz gebaut und mit Leder überzogen sein.

 

Meinen krummen Zink hat Jeremy West aus England gebaut - www.jeremywest.co.uk

Keltische Harfe

 

Diese Art der Harfen war im Mittelalter insbesondere in Irland und in Schottland verbreitet. Das Instrument ist diatonisch gestimmt. Keltische Harfen  können mit Bronzesaiten aber auch mit Nylon- oder Carbonsaiten bespannt sein.  Mein Instrument hat 27 Saiten. Es ist nicht sicher woher die keltische Harfe ursprünglich stammt. Es gibt eine Theorie die besagt, dass die Harfe von den Wikingern nach Irland gebracht wurde. Die andere Theorie besagt, dass die Harfe keltischen Ursprungs ist. 

 

Meine keltische Harfe hat Gerd Müller gebaut - www.harfenmueller.de

Psalter

 

Der Psalter stammt aus dem orientalischen Raum und gilt als Urform des Hackbretts. Ab dem 12. Jahrhundert findet man den Psalter auch im europäischen Raum. Die Nachbauten dieser Instrumente sind aus klangtechischen Gründen meist mit Metallsaiten bespannt. Gestimmt ist mein Psalter auf g-dur.

Glockenspiel

 

Das Glockenspiel gehört zu den Perkussionsinstrumenten. Selbiges war im Mittelalter das einzige perkussive Instrument mit dem man Melodien spielen konnte. Die Glocken, welche in ihrer Form den mittelalterlichen Bienenkorbglocken entsprechen, werden mit kleinen Holzhämmern angeschlagen. Es gibt eine Vielzahl von mittelalterlichen Abbildungen auf denen diese Instrumente zu sehen sind - oft zusammen mit einer Harfe oder auch mit einem Portativ. 

 

Die einzig mir bekannte Bezugsquelle für gestimmte Glocken ist Michael Metzler - www.Glockenladen.de

Barockoboe

 

Die Barockoboe wurde aus dem Sopranpommer entwickelt. Der Klang dieser Oboe ist deutlich weicher als der Klang von Pommern und Schalmeien. Das Instrument verfügt über eine C Klappe und eine Es Klappe. Die zwei Doppellöcher sind für dieTöne f/fis und g/gis.

 

Der Ambitus geht von c´bis d´´´. Überblasen wird die Barockoboe mit Ansatz. Halbtöne werden mit Hilfsgrifffen und Ansatz moduliert.

 

Barockoboen gibt es in verschiedensten Kammertönen. Meine Barockoboe ist in 415hz gestimmt, also einen Halbton tiefer als heute üblich.

 

Gebaut wurde das Instrument vom Onkel meines guten Freundes Johannes Schlagloth.

 

 

 

Klassische Oboe

 

Diese Oboe entspricht der klassischen Oboe. Sie spielt mit Rohren für Englischhorn über mehr als 2 Oktaven und ist vollchromatisch. Das Instrument verfügt über 5 Klappen: Halblochklappe, Oktavklappe, Es Klappe, C Klappe und Cis Klappe. Ausserdem gibt es 2 Doppellöcher für f/fis und g/gis.

 

Der Klang dieser Oboe geht schon eher in Richtung "moderne Oboe".

 

Die Oboe stammt aus der Werkstatt Guntram Wolf - www.guntramwolf.de

 

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