Karolinger Sackpfeife

 

 

Historischer Hintergrund:

 

Die Karolinger Sackpfeife orientiert sich an Beschreibungen, Instrumentenfunden und Abbildungen von Sackpfeifen aus dem Frühmittelalter.

 

Auf das Frühmittelalter datierte Instrumentenfragmente lassen den Schluss zu, dass zu dieser Zeit zylindrisch gebohrte Einzel -, wie auch Doppelhornpfeifen mit Aufschlagzunge als Tonerreger sehr verbreitet waren.  Aufnahmevorrichtungen an einigen der gefundenen Fragmente legen nahe, dass sie nicht nur direkt, sondern auch indirekt über ein Luftreservoir, beispielsweise über eine Schweinsblase, einen Kuhmagen oder ähnliches benutzt wurden. Es handelt sich demnach um Spielpfeifen für ein Platerspil oder eine Sackpfeife.

Rekonstruktion der Jánoshida Doppelpfeife. Das Original ist datiert auf das 7./8. Jahrhundert. Mit freundlicher Genehmigung von Michael Peter Vereno.

Der Typus Sackpfeife mit Doppelspielpfeife und Aufschlagzuge als Tonerreger hat bis heute beispielsweise in der Gascogne als "Boha" oder in Kroatien, in Herzegowina und in Serbien als "Diple" überlebt. Sowohl die Boha, als auch die Diple verfügen über zwei parallele Spielpfeifen, die in ein Holzstück eingearbeitet sind. Es existieren keine separaten Bordune.

 

Die Karolinger Sackpfeife verfügt ebenfalls über zwei parallele Spielpfeifen in einem Holzstück. Ein separater Bordun ist auch hier nicht enthalten.

 

Die Besonderheit der Karolinger Sackpfeife ist, dass man auf  beiden Spielpfeifen unisono einen Wechselbordunton spielen kann. Dies geschieht durch Abdecken der beiden unteren Grifflöcher mit dem kleinen Finger. Man kann so zwischen dem Grundton und der großen Untersekunde als Begleitton wechseln. Durch dieses einfache, aber geniale Prinzip bieten sich tolle harmonische Möglichkeiten. Bedient man den Wechselbordun nicht, erklingt der Grundton durchgängig.

 

Die Lautstärke ist moderat. Das Instrument ist deutlich lauter als ein Hümmelchen, aber nicht ganz so kräftig wie eine Schäferpfeife.

 

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Bezugsquelle/Beratung

 

Die Karolinger Sackpfeife liegt mir sehr am Herzen. Ich berate euch gerne und kostenlos über dieses tolle Instrument.

 

Das Instrument wird von einem befreundeten Musiker und Instrumentenbauer gefertigt. Ich übernehme sehr gerne und kostenfrei die Abwicklung einer Bestellung für euch. Kontaktiert mich dazu einfach über mein Kontaktformular.

 

Der Preis für ein Standard Modell liegt bei 450 Euro. Die Abrechnung erfolgt direkt mit dem Instrumentenbauer. Die Lieferzeit beträgt 3 bis 4 Monate.

 

Mögliche Holzarten

 

Pflaume, Apfel, Kirsche, Aprikose, Birne, Olive, Walnuss, Buchsbaum, Elsbeere, Flieder und Weissdorn. Zierringe sind aus folgenden Materialien möglich: Knochen, Horn, Messing oder Holz.

 

Stimmungen

 

Die höchste Stimmung ist A, gefolgt von G, F, E und der tiefsten Stimmung D.

 

Wechselspielpfeifen

 

Da sich Melodiepfeife und Wechselbordun im selben Holzstück befinden, bieten sich bei der Karolinger Sackpfeife Austauschspielpfeifen in verschiedenen Stimmungen an.

Der Stückpreis pro Spielpfeife liegt bei 250 Euro (inklusive Stock).

 

Unterricht

 

Ich biete für die Karolinger Sackpfeife Online-Unterricht an. Für Herbst 2021 sind auch Präsenzkurse in 50181 Bedburg für die Karolinger Sackpfeife in Planung.

 

Griffweisen

 

Es sind die offene, die halbgeschlossene und die geschlossene Griffweise möglich. Ich empfehle für dieses Instrument die geschlossene Griffweise.

Grifftabellen geschlossene Griffweise
Grifftabellen.pdf
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Die Karolinger Sackpfeife in ihren Bestandteilen.

 

- Ledersack mit Stocks

- Anblasrohr

- Doppelspielpfeife mit Aufschlagzungen

Die Doppelspielpfeife mit sehr stimmstabilen Aufschlagzungen aus Carbon. 

 

Mit dem Doppelloch hat man die Möglichkeit zwischen großer und kleiner Sexte zu wechseln. Dadurch kann man sowohl in "Natürlich Moll", als auch im dorischen Modus spielen.

 

Galerie verschiedener Karolinger Sackpfeifen

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